Weingut Th. Hattemer | 55435 Gau-Algesheim
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Für künftige Traubenkönigin Katja Hattemer geht Kindheitstraum in Erfüllung

GAU-ALGESHEIM - Wenn Katja Hattemer (18) am 9. Oktober beim „Fest des jungen Weins“ in Gau-Algesheim zur neuen Traubenkönigin gekürt wird, dann geht für die Schülerin ein Kindheitswunsch in Erfüllung. „Das war schon immer mein Traum“, sagt die Winzertochter. Deshalb musste sie auch nicht lange überlegen, als der Heimat- und Verkehrsverein ihr das Ehrenamt antrug. „Ich freue mich darauf, neue Leute kennenzulernen und die Stadt und ihren Wein zu repräsentieren. Ich mache das gerne, denn es ist meine Heimatstadt“, bekräftigt die künftige Weinmajestät.

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Von Beate Schwenk

 


 

 
Leichter Weg zum edlen Tropfen

Leichter Weg zum edlen TropfenRHEINHESSEN - Wer hat das noch nicht erlebt? Da öffnet man eine Weinflasche, freut sich auf einen köstlichen Tropfen und wird schon beim Schnuppern enttäuscht. Die Blume verrät Korkgeschmack, Zunge und Gaumen bestätigen das Urteil. Der Ärger richtet sich gegen den Winzer, der eigentlich nichts dafür kann und der in der Regel die Flasche ersetzt. Das geht mit der Zeit ins Geld.

Und eine Beerenauslese im Ausguss - das ärgert den Erzeuger genau so wie den Weinliebhaber. Kein Wunder, dass die Winzer eine Alternative suchen. Das Weingut Theo Hattemer in Gau-Algesheim hat bereits mit der Umstellung auf Schraubverschlüsse begonnen.

"Bis vor etwa 15 Jahren waren Ältere, abgelagerte, leicht firne Weine begehrt", erzählt Seniorchef Theo Hattemer. "Inzwischen hat sich der Geschmack geändert. Beliebt sind junge, frische und spritzige Weine." Diesem Wandel - so Sohn Thomas - soll der Schraubverschluss Rechnung tragen: "Damit reift der Wein dreimallangsamer als bei Kork. Lange Frische ist gewährleistet." Die Qualität der Korken, von denen jeder etwa 40 bis 50 Pfennig kostet, habe immer mehr nachgelassen, berichten beide. "Guter Kork wächst eben nicht schnell genug nach." Korkgeschmack wird wahrscheinlich durch Pilze verursacht, die das Material bereits am Baum geschädigt haben.

Unsachgemäß aufbewahrte Korken können außerdem einen "falschen Korkgeschmack" hervorrufen, einen muffigen Faulton, der in Wirklichkeit ein Schimmelgeschmack ist.

Die Verwendung eines Korkens ist im Traditionsbewusstsein des Konsumenten sehr stark verwurzelt. Darin sehen die Hattemers den Haken an der Geschichte. Der Fachjournalist Hans Ambrosi bestätigt das, wenn er über Flaschenverschlüsse sagt: "Obwohl einige davon, insbesondere Schraubverschlüsse, zum Teil bessere Verschlusseigenschaften zeigen, steht ihrer Verbreitung beim Wein, besonders beim Qualitätswein, die Traditionsgebundenheit vieler Weinliebhaber gegenüber. Dieses Vorurteil ist rein gefühlsmäßig bedingt und sachlich nicht zu rechtfertigen." Davon sind auch Theo und Thomas Hattemer überzeugt.

Ihre neuen Flaschen haben ein Gewinde, auf das der Verschluss aus einem zur Folienstärke gewalzten Metall und einer lebensmittelechten und geschmacksneutralen Polyäthylendichtung "wie bei einem guten Kognak" aufgeschraubt ist. Die Kapsel löst sich mit einem leichten Dreh komplett, hat keine Bruchstellen wie bei Verschlüssen an Wasserflaschen. Das wieder verschließen ist ein Kinderspiel.
"Auch wenn Reste tagelang im Kühlschrank aufbewahrt werden, bleibt der Wein frisch", freuen sich die Fachleute. Auch stehende Lagerung sei bei dem vollkommen luft- und gasdichten Verschluss der Qualität nicht abträglich. Bisher haben die Hattemers in Gau-Algesheim etwa 20 Prozent ihrer Qualitätsweine auf neue Flaschen abgefüllt, im nächsten Jahr sollen es hundert Prozent werden. Gilt das auch für Beerenauslese und Eiswein, Qualitätsstufen also, die in der Regel besonderen Anlässen vorbehalten sind ? "Solche Gewächse lagern oft lange beim Kunden. Gerade ihre Frische ist mit einem Schraubverschluss besser gewährleistet."

Von Günter F. Hattemer

 


 

 
Abschied vom berühmten "Plopp!"

Weingut in Gau-Algesheim hat Produktion komplett auf Schraubverschlüsse umgestellt.

Abschied vom berühmten "Plopp!"GAU-ALGESHEIM - Sicher, das berühmte "Plopp!" fehlt, öffnet man eine Flasche Wein vom Weingut Theo Hattemer in Gau-Algesheim. Dafür schmeckt der Rebensaft aber garantiert nicht nach Kork. Mit Beginn dieses Jahres hat der Betrieb seine Weinproduktion komplett auf Schraubverschlüsse aus Metall umgestellt", Die Kunden, berichtet Thomas Hattemer, hätten sehr positiv reagiert. Vor 25 Jahren, erinnert sich Seniorchef Theo Hattemer, kostete ein qualitativ guter Korken noch sechs Pfennig, Heute muss ein Winzer bis zu 50 Pfennig (25 Cent) berappen. Aber auch bei hochwertigem Material kann man den berüchtigten Korkgeschmack nicht ausschließen. Also testete das Weingut in Gau-Algesheim im Frühjahr vergangenen Jahres einen Schraubverschluss bei einem lieblichen Domfelder aus dem Jahr 2000.

Der Wein war rasch vergriffen, die Kunden trotz fehlendem "Plopp" zufrieden, so dass der Betrieb Anfang 2002 den Sprung ins kalte Wasser wagte Kork gibt es seitdem nicht mehr, stattdessen bei allen Weinen einen Schraubverschluss mit Kapsel ("Iong cap").

Auf den ersten Blick unterscheidet sich eine Flasche mit Kapseloptisch kaum von einem verkorkten Wein. Der metallene Verschluss entspricht farblich dem Etikett. Zum Portugieser mit blauem Etikett kommt beispielsweise ein blauer Verschluss. Ein besonderes Patent des Herstellers aus Thüringen ermöglicht es, dass der Winzer erkennen kann, ob die Flasche geöffnet worden ist.
"Damit wird die Mehrwegfähigkeit der Flasche ermöglicht", erklärt Juniorchef Hattemer. Die Metallkapseln werden von der Raiffeisen-Genossenschaft bezogen. Der Schraubverschluss kostet pro Stück nur 20 Pfennig (zehn Cent). Für Th. Hattemer war die Kostenersparnis aber nicht das entscheidende Argument. Ein Schraubverschluss garantiere lang anhaltende Qualität. Der Wein altere dreimallangsamer als verkorkter Wein. Dies entspreche dem Wunsch der Kunden nach, jungen, frischen und spritzigen Weinen" Auch nach dem Offnen sei der Wein länger haltbar- Ein Wein mit Korken müsste spätestens nach sechs Tagen getrunken sein, mit Schraubverschluss halte sich das Getränk bis zu zwei Wochen

Sowohl die Stammkunden, die 90 Prozent des Hattemerschen Klientels ausmachen, als auch die Gastronomie akzeptierten die neuen Verschlüsse ohne Murren. Auch die Neukunden hätten positiv reagiert Das hätte jr. Hattemer nicht erwartet, denn Weine mit Schraubverschlüssen haben in Deutschland noch immer ein schlechtes Image. "Jeder hat das noch im Hinterkopf mit dem Billigwein", denkt Hattemer zum Beispiel an verschnittenen Landwein in Supermarktregalen.

Th. Hattemer setzt dagegen auf Qualität. Auch Beerenauslese oder Eiswein sind bei ihm verschraubt. Dass mit dem Verzicht auf Korken eine Tradition verloren gehe, stört den Juniorchef nicht. "Mein Opa ist früher mit dem Pferd in den Weinberg geritten. heute fahren wir mit einem klimatisierten Traktor in den Wingert." Theo Hattemer berichtet, dass viele Kollegen noch Angst hätten, auf Schraubverschlüsse umzusteigen. "Man muss ein bisschen Mut haben." Wäre es nach dem Seniorchef gegangen, dann hätte sein Weingut noch früher auf Kork verzichtet. Und in drei Jahren, so ist sich der 77-jährige Gau-Algesheimer sicher, "wird niemand mehr darüber reden."

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